Rover

Rover haben Straßenkinder im Kongo unterstützt

Obwohl unsere Roverrunde nun schon an einige Erfahrungen im Ausland gewöhnt ist, war vieles diesmal anders. Die meisten haben noch nie eine solche Armut gesehen. Bilder, die man sonst im Fernseher sieht, sind auf einmal eine ganz reale Kulisse. Strom- und Wasserausfälle gehören plötzlich zum Alltag. Korruption und schlechte Infrastruktur, die sich nicht nur in Buckelpisten und Staubstraßen zeigt, sind ganz neue Erfahrungen. Diese Kontrasterfahrungen haben den Horizont der Jugendlichen geweitet. Die Hilfe für die Straßenkinder konnte sicher nicht deren Situation komplett verändern, sie war aber ein sichtbares und beeindruckendes Zeichen der Freundschaft und ein Hoffnungszeichen für die Kinder von Brazzaville. „War eure Reise schön?“, so wurden die Rover oft nach ihrer Heimkehr gefragt. Schön, das wäre das falsche Wort, aber überaus interessant, spannend und gut. Es war eine Reise, die sich auf jeden Fall gelohnt hat.

Beim Renovieren einer Türe

Spielen und Unterhaltungen während der Mittagspause.

Die Hauswand wird für den neuen Anstrich vorbereitet.

Nach der Ankunft auf dem Flughafen Brazzaville hat Pfarrer Dr. Jonas Koudissa, damals Pfarrvikar in der Seelsorgeeinheit 13, die Gruppe empfangen und in Brazzaville eingeführt. Er hat im Vorfeld vieles an organisatorischer Arbeit geleistet und die Rover auf Zentralafrika vorbereitet. Er hat auch den Kontakt zu dem Straßenkinderprojekt „Espace Jarrot“ hergestellt. In dem Zentrum, das aus zwei Häusern besteht, erfahren Straßenkinder von 4-21 Jahren Unterstützung – materielle und seelische. Sie können dort, so sie es möchten, übernachten, bekommen ein Mittagessen, können sich und ihre Wäsche waschen und finden ein offenes Ohr für ihre Sorgen und Probleme.

Fleißige Helfer!

Hier ist der frisch renovierte Wassertank – nun muss er nur noch angeschlossen werden.

Antrittsbesuche führten die Rover zum Erzbischof von Brazzaville, zu dem Pfadfinderhauptquartier und zum Colonell der Polizei. Dann ging es mit der Arbeit los. Das komplette Gebäude musste nach 15 Jahren renoviert werden. Die Wasserversorgung in beiden Häusern war defekt. In einem Haus musste der Wassertank grundlegend saniert werden, im anderen Haus die Pumpe repariert werden. Schön war, dass nicht nur die örtlichen Pfadfinder mitgeholfen haben, sondern sich auch die Straßenkinder an den Arbeiten beteiligt haben. Sie haben so ein neues Verhältnis zu ihrem Haus gekommen, und durch die gemeinsame Arbeit waren schnell Brücken in die Herzen der Kinder gebaut. Die Rover haben gemerkt, dass Straßenkinder unter ganz anderen Problemen leiden, als die Waisenkinder, denen sie in Südafrika und Kambodscha begegneten. Selbst die kleinsten haben schon Erfahrungen mit Drogen hinter sich. Der Konkurrenzkampf auf der Straße ist groß. So war der Zugang zu den größeren Straßenkindern schwieriger. Aber im Laufe der Zeit gaben die Kinder ihre Zurückhaltung auf und es entstand eine kongolesisch-deutsche Gemeinschaft, die sich auch im gemeinsamen Spielen zeigte.

Besuch beim Erzbischof von Brazzaville

Nach der Messe trafen unsere Rover französische Pfadfinder und einen jungen Chor.

Im Hauptquartier der kongolesischen Pfadfinder

Der Gottesdienst am Sonntag, mit viel Musik und sogar Cheerleaders, war einer der Höhepunkte. Die erste Messe in der Pfarrei wird am Sonntag um 5:30 Uhr gefeiert. Dann ging es fast im Stundentakt weiter, bis zum Hauptgottesdienst um 10:00 Uhr. Dort trafen die Rover dann auf französische Pfadfinder, die ebenfalls zu einem Hilfsprojekt in Brazzaville waren. Pfadfinder sind halt international.

Beim Spiel auf der Straße

Unsere Pfadis vor dem Wasserfall von Loufoulakari

Durch einige Ausflüge zu Wasserfällen in der Umgebung lernten die Rover auch das Leben außerhalb der Großstadt am Kongo kennen. Allerdings lagen diese Wasserfälle an Straßen, die in einem überaus schlechten Zustand waren. Oft konnte man im Geländewagen nicht schneller als 10 km/h fahren. Ein Rover meinte: „Jetzt kann ich mir ein Bild machen, wie Mozart im 18. Jahrhundert per Postkutsche durch Europa reiste.“

Beim Abschied von den Straßenkindern und den Leitern des Espace Jarrot merkte man, wie sehr man sich ans Herz gewachsen ist. Alle haben gespürt, dass wir zusammengehören, dass wir eine Menschheitsfamilie sind, dass wir einander nicht gleichgültig gegenüber stehen dürfen. Vielleicht war diese Erfahrung noch wichtiger als die materielle Hilfe, den die Rover haben nicht nur die Lebensbedingungen der Straßenkinder verbessert, sondern auch ihrem Herzen geschenkt.

Herzlichen Dank all denjenigen, die dieses Hilfsprojekt der Rover finanziell gefördert haben. Vergelt’s Gott.
gefördert durch:

 
   

 

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Können die Roverinnen hier und die Rover hier.